Freundlicherweise wurde unser Boot von den Hannoveranern mitgenommen, so dass die Mannschaft am Freitagmorgen gemeinsam in den Flieger nach London steigen konnte. Dort angekommen, riggerten wir bei Wind und Minusgraden unser Boot auf, als uns die Hiobsbotschaft erreichte. Einer der Hauptverantwortlichen überbrachte die Nachricht, dass das HORR (Head of the River Race) für dieses Jahr ausfallen sollte! Aufgrund des starken Windes, der Minusgrade und der sich aufbauenden Wellen sei das Risiko zu groß. Die Enttäuschung war natürlich riesig, waren wir doch extra den langen Weg aus Norddeutschland angereist, und einige der Mitruderer hatten sogar den Beginn des Trainingslagers verschoben.
Aber statt den Kopf in den Sand zu stecken, sicherten wir unser Boot ausreichend, und machten uns auf den Weg in Londons City. Da einige der Ruderer noch nie in London waren, verbrachten wir den Freitag mit Sightseeing, und unser Teamleiter Elias konnte uns viel zeigen. Samstagmorgen fuhren wir erneut an die Strecke, und gingen trotz der immer noch bescheidenen Wetterbedingungen für eine Trainingseinheit auf die Themse. Leider gibt es an diesem Teil der Themse keine Stege, so dass man mit den Füßen ins Wasser muss! Wirklich keine Freude bei Minusgraden!
Damit die lange Fahrt und die intensive Vorbereitung auf das Rennen nicht ganz umsonst gewesen ist, nahmen wir uns vor, die Strecke einmal im Renntempo abzufahren. Auch wenn der Wind und das Wetter das Rudern nicht leichter machten, kämpften sich die Männer mit langen Schlägen durch die Wellen und wir konnten das Ziel mit einem Lächeln überqueren.
Kurz darauf sollten wir doch noch zu unserem internationalen Duell auf der Themse kommen: ein Boot der London Uni College bat uns um ein Rennen. Wir starteten auf gleicher Höhe auf die 500mtr lange Strecke und mit jedem Schlag konnten sich die Bremer von den Londonern absetzen, und waren auf der Ziellinie gut eine halbe Länge vor der Heimmannschaft!
Als das Boot abgeriggert und aufgeladen war machten sich die neun Bremer wieder auf den Weg zurück zum Hostel und abends dann zur HORR-Party im London Rowing Club. Nach wenig Schlaf stiegen alle am nächsten Morgen sichtlich übernächtigt wieder ins Flugzeug auf den Weg nach Bremen, wo wir von Sonne und eisigen Temperaturen begrüßt wurden. Natürlich war die Enttäuschung groß, die lange Anreise und die Vorbereitung nicht mit dem legendären HORR auf der Themse krönen zu können, aber dennoch hatten wir ein schönes Wochenende in London und konnten uns doch noch mit internationalen Gegnern messen und uns selbst beweisen, dass das Training nicht umsonst gewesen war!
Jetzt ist natürlich klar, dass die Bremer 2014 wieder an den Start gehen müssen, um den Engländern endlich mal zu zeigen wo der Hammer hängt 🙂
Wir bedanken uns herzlich bei den Hannoveranern, die den Bootstransport für uns mit übernommen haben, und vor allem aber bei den Organisatoren Sören, Elias und MOK.
(Bericht/Fotos: Franziska Goldgrabe)
