2. v.u. Nora von Gaertner

Der Silberachter von Peking


Nora von Gaertner rudert Deutschland Achter zum Vizeweltmeister

Vor Wochen war Nora losgezogen, ein für Sie bisher neues Land zu erkunden, aber mit einem Hintergedanken: Die Junioren Weltmeisterschaften in Peking.

Vor drei Tagen hatte für Nora die Junioren Weltmeisterschaft im Vorlauf begonnen. Hier konnte Sie auf der Schlagposition im Achter die Konkurrenz aus China und Polen bezwingen und direkt in das Finale einziehen. Aus dem zweiten Vorlauf und dem Hoffnungslauf ließ sich klar erkennen: Die Medaillienaspiranten heißen wie 2006 USA, Rumänien, Deutschland – Wo will Nora hin?

Der Finaltag heute, Samstag 11. August, die zukünftige olympische Regattastrecke im Shunyi Rowing Park, beeindruckend. Die Wetterbedingungen etwas besser als in den Tagen zu vor. Es ist bekannt: Rumänien und die USA sind am Start schnell – sehr schnell, die Qualitäten von Nora und Ihrem Team liegen auf der Strecke. Startphase, hochkonzentreiert, vor dem Bug des Deutschen Achters fällt der Startschuh und jetzt gibt es nur noch eins: Feuer! Rumänien startet blitzartig, schon nach kurzer Zeit in Führung, dahinter die USA, Deutschland dritte. Nein, so geht es nicht, dritter Platz hatten wir letztes Jahr, Nora will mehr. 500m: Alle Achter mit sehr hoher Geschwindigkeit, der Startschocker muss erstmal verdaut werden, Positionen unverändert, dranbleiben, aufholen, angreifen und vorbei! Na dann los! Streckenhälfte, das deutsche Boot kommt in Fahrt, Platz um Platz an die USA heran, nur eine Buglänge, und vorbei, bei 1500m auf der Silberposition, na also es geht doch. Rumänien immernoch souverän in Führung, der Enspurt wird vorbereitet und Nora zieht das Ding nochmal an. Knallharter Bord an Bord Kampf, die USA sind bezwungen, vorne Rumänien, der Krimi startet in die letzte Phase, 250m Rumänien knapp eine Länge vor, Publikumsgejubel, -gekreische, egal, alles rein was geht. Das Deutsche Bott fährt nochmal an die Rumänen heran, Platzverbesserung, kleine Schritte, immer näher, dann die Zielhupe: 1. Rumänien, 2. Deutschland, 3. USA. Ein wahrhaft spannendes Rennen ist zu Ende. Nora schafft es die USA auf den Bronzerang zu verweisen und gewinnt den Vizeweltmeistertitel zu recht. Rumänien war in diesem Jahr einfach einen kleinen Tick schneller.