Wir vertraten mit drei Ruderern unseren Verein bei den World Rowing Masters Anfang September im Slowenischen Bled.

Der Bleder See in den Julischen Alpen bietet so ziemlich die schönste Kulisse für eine Regatta bzw. jeden Besuch, die man sich vorstellen kann. Die Berge rundherum, die Insel mit dem Kloster auf halber (1000m) Strecke und das türkisfarbene Wasser erzeugen eine gewisse Schwerelosigkeit, in der das Rudern purer Genuss ist. Besonders, wenn man im Uferbereich den Grund sieht und anfangs glaubt zu schweben.

Der örtliche Wettergott wollte uns aber an Tag 2 bis Tag 3 zeigen, dass er auch anders kann. Endlose Gewitter mit ergiebigem Regen ließen die Regatta mehrfach pausieren, was angesichts des unglaublich dichten Programms zu Rennausfällen führte.

Diese World Masters waren mit einem Rekord Meldeergebnis gesegnet. 4700 Teilnehmer hatten gemeldet. Davon natürlich die Mehrzahl aus Europa, aber auch enorm viele vom amerikanischen Kontinent, Neuseeland, Australien und ein paar aus Japan, China und Indien.

Jörn ging wie gewohnt gleich mehrfach an den Start: 3x im Achter und je einmal im Vierer ohne & Vierer mit. Am zweiten Tag gewann er sein Achter-Finale zusammen mit seiner weit gefächerten und erprobten Renngemeinschaft. Die Goldmedaille wurde am Siegersteg ordentlich gefeiert. Damit ist man in der globalen Masterswelt zwar ganz vorn, aber nicht Weltmeister. Der Weltverband weigert sich, zwischen den Abteilungen Finals auszutragen. Vermutlich, weil dann eine ganze Reihe Masters sich gänzlich von der Familie abwenden würden und nur noch trainieren.
Jörns weitere Starts bescherten ihm sehr starke drei zweite und einen vierten Platz.

Tammo und Heiner waren neu auf dieser Veranstaltung und wollten mal sehen, wie weit man mit dem von uns leistbaren Trainingsaufwand hinterherfährt.

Der Donnerstag mit unserem Rennen im 2- (Zweier ohne Stp) Altersklasse G (Mindestdurchschnittsalter 65) war der regenreichste. Eine kleine Wasserschlacht, zudem aufgrund der Verschiebungen in der Abenddämmerung. Es lief trotzdem recht gut. Mit 4:26 waren wir nicht mal Letzte. Und wir ruderten eleganter als die Sieger, was aber dummerweise kein Kriterium ist.

Am Samstag dann bei idealen Bedingungen, 20 Grad und Sonne ohne Wind, fuhren wir in Renngemeinschaft mit Manfred und Body vom BSC ein Rennen im 4- der gleichen Altersklasse.

Das lief noch besser und wir ließen mit einer Zeit von 3:51 einen englischen und 2 australische Vierer hinter uns. Knapp 4 Zehntel Sekunden vor uns Niederländer, davor mit Abstand die Ersten Kieler (mit Tom Henning, auch 82er) und die Sieger aus Tschechien.

Sehr zufrieden verluden wir unsere Boote und waren spontan der Meinung, dass eine Wiederholung 2027 in Varese und 2028 in Villach unumgänglich ist.

 

Text: Heiner Gratenau

Bilder: Tammo Klein, Jörn Ehmke